Bäume Stutzen macht sich bezahlt, ein gut „erzogener“ Kirschbaum

Im Herbst die Bäume stutzen

Zu dichte Zweige beschatten einander

In der Natur erhalten die Bäume, Hecken und Sträucher keinen Formschnitt. Nehmen sie dadurch Schaden, nehmen andere Pflanzen ihren Platz ein. Im Faultiergarten soll es jedoch schön aussehen und nicht hier und da ein Baum eingehen. Bei Obstbäumen geht es zugleich um den Ertrag, der durch Wildwuchs leiden würde. Es geht aber auch um den Sonneneinfall. Wer nicht ab und an Pflanzen oder Pflanzenteile entfernt, der wird bald schon im Wald stehen. Sträucher, Hecken und Bäume stutzen ist also notwendig.

Stabkirschbaum mit reifenden Kirschen
Nach der Kirschernte treibt der Stabkirschbaum noch einmal richtig aus

Die Schonzeit beachten

Bäume sind genau wie Hecken ein Lebensraum für Vögel, die in diesen sogar brüten. Deswegen darf von Anfang März bis Ende September nur ein Formschnitt erfolgen. Das Faultier darf die Hecke also in Form halten, aber nicht zurückschneiden. Ähnlich ist es bei den Bäumen, dass ein richtiges Zurückschneiden erst von Oktober bis Februar erfolgen soll. Es soll möglichst eine trockene Woche mit geringer relativer Luftfeuchtigkeit gewählt werden. Bei Regen können Viren und Krankheiten leichter in die frischen Schnittstellen eindringen. Weiterhin soll es nicht tiefer als bis -5° Celsius frieren.

Das Bäume Stutzen von Herbst bis Frühjahr ergibt auch deswegen Sinn, da einige Laubbäume ohnehin erst nach dem Laubfall gestutzt werden sollen. Sie ziehen noch die ganze Kraft aus den Blättern. Stark treibende Bäume mit geringer Fruchtbildung wie Weiden sollen jedoch im späten Frühjahr gelichtet werden, wenn man es eigentlich nicht darf. Bei Kirschen wird der Rückschnitt häufig nach der Ernte vorgenommen, da diese Baumart sehr stark austreibt. Damit muss doch jede Baumart für sich betrachtet werden, doch ohne Laub lassen sich die Triebe besser erkennen, um Form in die Baumkrone zu bringen.

Nicht alle Bäume stutzen

Gerade beim Nadelgehölz gibt es sehr viele Arten, die durch einen Rückschnitt starken Schaden nehmen würden. Viele Koniferen vertragen eher einen Formschnitt als Rückschnitt und werden oftmals als Hecken gesetzt. Dann gibt es wiederum Eichen oder Buchen, die man durchaus etwas in Form bringen kann, was im richtigen Leben aber kaum jemand macht. Diese Riesenbäume stehen eher im Wald als im Garten.

Weiterhin würden alte Birnbaumsorten schmal und hoch wachsen, wobei Kirschbäume eine runde Krone bilden sollen. Es ergibt also Sinn, noch einmal mit Google zu stöbern, wie die jeweilige Baumart beschnitten werden soll.

Chilenische Araukarie im Botanischen Garten Münster
Baumpflege – die Chilenische Araukarie bitte nicht zurückschneiden

Warum das Faultier Bäume stutzen soll

Bei Obstbäumen geht es auch um den besseren Ertrag. Es geht bei diesen und vielen anderen Bäumen auch darum, etwas Struktur in den Wuchs zu bekommen. Wenn die Zweige nur wenig Licht erhalten, werden sie nicht zu schönen Ästen heranwachsen, die das tragende Gerüst ausmachen. Wenn Äste aneinander reiben, gibt das Wundstellen, über die wiederum Krankheitserreger besser eindringen können. Auch an Totholzstellen können Krankheiten besser in die Bäume eindringen.

Es geht im Faultiergarten aber auch darum, dass nicht alles zuwuchert. Wenn die Bäume über Jahre wachsen, muss vielleicht auch mal ein ganzer Baum entfernt werden. Bäume Stutzen und zu einigen Stellen stark zurückschneiden, wird auch mehr Licht in den Garten lassen.

Die richtige Strategie

Das Faultier kann einer ganz einfachen Strategie beim Bäume Stutzen befolgen: Zuerst werden alle Zweige und Äste entfernt, die in das Bauminnere rein wachsen. Weiterhin gibt es Äste, die aneinander reiben oder sehr dicht und sogar parallel zueinander wachsen. Hier wird jeweils der wertvollere stehen gelassen. Wenn im Bauminneren kleine Zweige austreiben, die ohnehin kaum Licht erhalten können, werden diese entfernt. Wenn der Baum immer noch zu dicht gewachsen ist, können zum Schluss einige der schönen Triebe entfernt werden.

Der zu kürzende Zweig wird in den meisten Fällen immer direkt am Stamm oder am Hauptast abgetrennt. Sonst entsteht eine Stelle mit Totholz, an der wiederum Krankheitserreger eindringen können. Es gibt jedoch Ausnahmen wie die Kirsche. Die Früchte entstehen nur am zwei- bis dreijährigen Holz. Die Zweige wachsen im ersten Jahr allerdings schon einen halben Meter. Hier kann es also Sinn ergeben, von einem Teil dieser Zweige 10 cm stehenzulassen.

Weiterhin kann das Faultier die Baumform durch den Schnitt begradigen oder vorgeben. Je nach Baumart bleibt die Spitze drinnen oder kommt raus. Je nach Situation wird der Baum in die Breite getrieben oder die Breite wird zurückgeschnitten. Es stellt sich auch die Frage, ob die Äste einfach ungehindert wachsen sollen, oder zur Hälfte zurückgeschnitten werden, um mit neuen Trieben weiterzuwachsen. Mit jeder Verzweigung verliert der Wuchssaft Druck und mit zu vielen Verzweigungen wachsen die Triebe nicht mehr kräftig.

Außerdem sollen an einem Trieb nicht ein paar Zweige zurückgeschnitten werden, es kann in den meisten Fällen der ganze Trieb weg. Je weniger Schnittstellen am Baum sind, um so besser. Dennoch soll das Faultier beim Bäume Stutzen an seine Zeit denken: Wer mehr rausschneidet, hat länger Ruhe. Auch erfahrene Gärtner erklären, dass man besser etwas mehr als zu wenig rausschneidet. Kommt mehr Licht an die verbleibenden Zweige, wachsen diese um so kräftiger. Wer nicht jedes Jahr seine Bäume stutzen möchte, sollte also optisch schon mal die Hälfte rausschneiden.

Wenn die Schnittstellen einen Durchmesser von mehreren cm haben, dann kann es dem Baum helfen, wenn diese Stellen mit Baumwachs versiegelt werden. Bei kleineren Schnitten ist das generell nicht notwendig.

Bäume stutzen – nach der Ernte zurück geschnittener Stabkirschbaum
Bäume stutzen, damit sie gesund wachen

Entsorgung

Alle Schnittreste, die Krankheiten oder in irgendeiner Weise einen Befall aufweisen, sollen in den Biomüll. Alle unbelasteten Schnittreste können im Garten bleiben. Wer die feinen von den groben Ästen trennt, kann diese durch den Gartenhäcksler schieben und als Mulch oder im Komposter verwenden. Die größeren Äste können noch einen Totholzhaufen für die vielen Kleinlebewesen bilden, die sich im Garten tummeln. Viele davon sind genau wie das Faultier nützlich.

Neue Bäume setzen

Wer im Herbst oder Frühjahr einen neuen Baum setzt, der stresst diesen. Die Wurzeln müssen den Kontakt mit dem Boden noch aufbauen, sollen das Laub jedoch mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Deswegen werden Bäume ein paar Tage oder Wochen vor dem Setzen bereits beschnitten, damit nicht zu viel Laub an ihnen sitzt. Beim Obstgehölz bleibt nur die Spitze mit drei Haupttrieben stehen, die hinterher zum Fundament der Krone werden.

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