Grau getigerte Katze liegt auf dem Balkonboden vor dem Jiaogulan Tee

Jiaogulan Tee – der rankende Ginseng

Anbau vom Kraut der Unsterblichkeit

Ginseng ist aufgrund seiner gesundheitlichen Vorzüge allseits bekannt. Leider braucht Ginseng mehrere Jahre, bis die Ernte lohnt. Jiaogulan ist der rankende Ginseng, der noch im selben Jahr geerntet werden kann. Es sind unterschiedliche Pflanzen. Jiaogulan gehört zur Familie der Kürbisgewächse und enthält noch mehr wertvolle Inhaltsstoffe als Ginseng. Es wird Kraut der Unsterblichkeit genannt. In Regionen, in denen nicht allein Jiaogulan Tee, sondern auch Jiaogulan Speisen zum Alltag gehören, erreichen besonders viele Menschen ein Alter von 100 Jahren.

Es gibt viele Theorien, die von Jens Rusch beflügelt werden, der Jiaogulan als Heilkraut gegen Krebs für sich entdeckte und ihm einen großen Teil von seinem Leben widmet. Er war es, der diesen rankenden Ginseng in Deutschland bekannt machte und macht. Es müssen Stecklinge der sogenannten ersten Generation seiner 2005 aus Thailand importierten Jiaogulanpflanzen sein, damit diese wirklich einen hohen Wirkstoffgehalt entwickeln. Ist das wirklich so? Ohne wissenschaftliche Studien lässt sich das nicht widerlegen, aber doch anzweifeln. Das Kraut der Unsterblichkeit wird im dritten Jahr im alten Zementkübel mit guter Blumenerde angebaut und als Jiaogulan Tee getrunken. Es wurden einige Bodenranken an anderem Ort angesiedelt. Diese wachsen im zweiten Jahr seitlich an einer Garage und sind gegen die Sonne empfindlicher sowie schlechter im Wuchs.

Soviel vorweg: Jiaogulan ist Geschmackssache, das Kraut der Unsterblichkeit wird nicht jedem Faultier gefallen. Es kann aber auch ohne Pflege im Garten wuchern, um ab und an ein paar Blättchen für den Jiaogulan Tee zu ernten. Dann hält es sich mit der Arbeit im Faultiergarten in Grenzen.

Balkon von der Straße aus, schwarze Katze sitzt vor den Grünpflanzen
Balkonbegruenung mit Jiaogulan – Cat in Black 4ever

Jiaogulan – Vermehrung und Kultivierung

Die Anzucht aus Saat wurde mehrfach versucht, vermutlich müssen die Samen leicht unter die Erde, sie neigen zum Schimmeln. Somit wurde noch kein eigener Jiaogulan aus Samen gezogen. Die ersten Pflanzen waren Kopfstecklinge aus der „ersten Generation“. Es sind also Stecklinge aus Pflanzen, die nicht aus Samen gezogen, sondern aus Asien durch Jens Rusch importiert wurden. Bislang konnten diese Pflanzen sich noch nicht selber aussäen, da sie nicht genügend reiften. Es wurden aber die im Boden wuchernden Rhizome entnommen und an besagter Garage so eingegraben, dass sie teils Sonne abbekamen. Dann haben sie zum einen Feuchtigkeit, kriegen aber durch die Sonne Impulse und treiben schnell aus. Diese Vermehrungsmethode scheint am einfachsten.

Im Web ist überall zu lesen, dass dieses Kraut der Unsterblichkeit als der rankende Ginseng Halbschatten benötigt. Nun haben die Pflanzen auf dem heimischen Balkon selbst die brutale Hitzewelle im Sommer 2018 mit süd-süd-ost Lage unbeschadet überstanden. Dabei sind in Vorjahren immer mal einige Blätter verbrannt, haben sich aufgerollt und sind weiß werdend eingegangen. So ist es auch bei der Garagenpflanzung passiert.

Auf dem Balkon läuft aber zum ersten Mal alles glatt, da Erfahrungswerte vorliegen. Wenn Jiaogulan im Boden trocken steht, ist er zur prallen Sonne empfindlicher. Diese These kann ab diesem Jahr damit ergänzt werden, dass auch ein Nährstoffmangel diese Empfindlichkeit steigert. In den Vorjahren wurde der Jiaogulan trotz normaler Düngung mit dem Blühen im August blass. Die Blätter waren nicht mehr satt grün, womit sie auch weniger Wirkstoffe enthalten. Sie waren schon hellgrün und hatten weder Wirkstoffe, noch Geschmack. Das Kraut der Unsterblichkeit braucht sehr viel Dünger und wird dann auch vitaler. Dieses Jahr wurde bereits lang vorher mit hochwertigem Flüssigdünger gegossen, meist Bio-Dünger. Der Dünger muss sich in jedem Fall für Gemüse eignen. Auch Wurmdung und Wurmsaft aus der Wurmfarm wurden gegeben, welche als besonders wertvolle Düngergaben bezeichnet werden können. Kurz vor einer Ernte soll aber vielleicht einige Tage kein Dünger gegeben werden?

In der Hitzephase musste der Jiaogulan täglich gegossen werden, bis wieder etwas Wasser aus den Zementkübeln floss. Ansonsten hätte er trocken gestanden und wäre in der Sonne mit der äußersten Laubschicht verbrannt. Bei normalem Wetter darf das Kraut der Unsterblichkeit nicht ersäuft werden, da es dann im Wuchs stagniert.

Frisch geernteter Jiaogulan Tee wird vor dem Trocknen gespült
Frisch geernteter Jiaogulan – erst spülen, dann trocknen

Der rankende Ginseng mit hohen Ansprüchen?

Obwohl das Kraut der Unsterblichkeit bei der Garage schneller austrieb, bleibt es dort bei einigen zaghaften Ranken am Rankgitter. Da auf die Zementkübel noch ein paar Erdreste gegeben wurden und diese im Winter und Frühjahr im Wasser ersoffen, schien der Jiaogulan schon fast kaputt zu sein, es wurden sogar Ranken von der Garagenpflanzung mit reingesetzt. Es dauerte etwas, dann aber wucherte das Kraut der Unsterblichkeit in wenigen Wochen die Rankstangen hoch und wuchert seitdem in die Breite. Die verwendeten Bambusstangen sind eigentlich nicht geeignet, da die Ranken daran nicht gut Halt finden. Dünne Rankgitter wären besser. Wer als Faultier-Gärtner die Ranken alle paar Tage reinflechtet, der kann auch ein Bambusgitter verwenden.

Es ist also merkwürdig, dass die Garagenpflanzung zuerst gut startet, dann aber zurückbleibt. Die Pflanzen stecken im Boden, wo es immerhin genug Nährstoffe und Feuchtigkeit gibt. Die Garagenwand hat süd-west-west, dennoch haben hier einige Blätter Sonnenschäden.

Das Kraut der Unsterblichkeit ist im Trockenreck zu dick geschichtet
Kraut der Unsterblichkeit im Trockenreck – maximal halb so hoch schichten

Jiaogulan Tee, der Faultierfluch

Ein richtiges Faultier möchte im Faultiergarten nicht die ganze Zeit ins Schwitzen kommen. Zuerst muss das Kraut der Unsterblichkeit über Wochen täglich gegossen werden, dann geht es mit Ernten weiter. Für den Jiaogulan Tee genügen ein bis drei Blätter, die beim Trocknen fast ihr gesamtes Gewicht und Volumen verlieren, nicht aber ihre Potenz. Eigentlich würde man einzelne Ranken vorsichtig raus ziehen und dann die Blätter ernten. Auch das wäre viel Arbeit. Da die Pflanzen auf dem Faultierbalkon weiter wuchern sollen, wird für den Jiaogulan Tee Blatt um Blatt gezupft, bis aus der grünen Rankenwand eine lichte Rankenwand wird. Es sind nur zwei Betonkübel, wo der rankende Ginseng bis zwei Meter hoch wächst. Dennoch sind es Stunden, die eine Ernte braucht. Kein Spaß für das Faultier.

Man erntet beim Jiaogulan am Rankgitter im frühen Sommer ein oder zweimal die Blätter im unteren Bereich, wenn es hier zu dicht wird und lässt den oberen Teil weiter wuchern. Dieser kann mit Ansetzen der Blüte noch einmal radikal und nach der Fruchtbildung eventuell ein weiteres Mal geerntet werden. Das Faultier kann aber auch bei Bedarf ein paar Blatt Jiaogulan zupfen, um seinen Tee ganz faul zu genießen. Solange die Pflanzen noch weiter wuchern sollen, soll man beim Ernten etwas faul bleiben und nicht zu viel vom Jiaogulan ernten, frisch ist es für den Jiaogulan Tee ohnehin besser!
Der geerntete Jiaogulan kann nach einem spülen bis zu 5 cm hoch auf atmendem, aber nicht schimmelnden Grund in einem dunklen Raum getrocknet werden (Papkarton geht nicht!), wenn man das Erntegut zwei bis dreimal am Tag wendet. Jiaogulan schimmelt nicht, kann aber etwas gammeln und braucht leider drei Wochen zum Trocknen!

Es kommt noch schlimmer – ein richtiges Faultier wird vom Jiaogulan Tee sogar noch ein wenig schläfrig. Entscheidend für den Wirkstoffgehalt vom Kraut der Unsterblichkeit sind also auch die Anbaumethoden. Sonnenschein kann bei passender Bewässerung und Düngung dem Jiaogulan Tee viel geben. Je dunkler die Blätter, umso intensiver der Geschmack und vermutlich auch umso höher der Wirkstoffgehalt.

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